Der FC Aarau stand neben den Schuhen

Der FC Aarau stand neben den Schuhen

Der FC Aarau enttäuschte im letzten Spiel des Jahres seine Zuschauer. Der 2:1-Erfolg von GC vor 5000 Besuchern war hochverdient.

Es war bitter kalt im Brügglifeld und der Himmel grau, grau, grau. Und der FC Aarau blieb in diesem allerletzten Spiel des Jahres nichts schuldig, dieser trostlosen Ambiance auch auf dem Rasen Ausdruck zu verleihen. Mit einer ganz schwachen Leis-tung und einer gerechtfertigten 1:2-Niederlage gegen die Grasshoppers verabschiedete er sich in die Winterpause und verwischte damit nach dem 1:2 vom Vorsonntag in St. Gallen etwas den guten Gesamteindruck, den der Verein in diesem Herbst hinterlassen hatte.

Woran es lag, dass die Aarauer den Zürchern in allen Belangen unterlegen waren und lediglich in den letzten fünf Minuten, nachdem Stepanovs des Feldes verwiesen worden war und Menezes das Anschlusstor erzielt hatte, eine gute Phase hatten, bleibt das Geheimnis des Fussballs. Trainer Andy Egli wollte jedenfalls keinen Zusammenhang mit den Diskussionen um unzufriedene Spieler wie Sesa und Vanetta sehen. Auch am Einsatzwillen mangelte es nicht; der einzige Vorwurf, den man der Mannschaft an diesem Sonntag nicht machen konnte.

Sicher ist, dass auch die Qualität des Gegners massgeblich daran beteiligt war, dass die Aarauer so schlecht aussahen. Die Grasshoppers, die vor der Pause nicht viel weniger konfus als die Aarauer ausgesehen und mit einem Pfostenschuss von Cabanas nur eine Torgelegenheit verzeichnet hatten, vermochten sich markant zu steigern, was vor allem auch mit der Einwechslung von Seoane für Chihab zur Pause zusammenhing. Die Zürcher brachten nun Linie in ihr Spiel und nachdem Goalie Rudolf – er hatte den Vorzug vor Lopar erhalten – zweimal die Führung der Gäste verhindert hatte, brachte Nuñez nach 67 Minuten GC auf die Siegesstrasse. Stepanovs hatte einen weiten Pass geschlagen, Schmid den Uruguayer entwischen lassen, der die Kugel ins Netz schlug. Damit war eingetreten, was sich seit Wiederanpfiff abezeichnet hatte. «In der zweiten Halbzeit hat man ein GC gesehen, wie ich es mir vorstelle», sagte Trainer Carlos Bernegger hinterher. Der Argentinier, der heute in die Heimat in die Ferien fliegt, geht nicht davon aus, dass er im nächsten Jahr noch Cheftrainer sein wird. Nicht bloss, weil ihm die Uefa-Pro-Lizenz fehlt, sondern weil GC offenbar nicht daran denkt, ihm weiter einen Strohmann mit Diplom zur Seite zu stellen.

Das grosse Problem des FC Aarau war gestern, dass mit Bättig und Simo im Mittelfeld zwei zentrale Akteure einen ganz schwachen Tag erwischt hatten. Egli, der auf den erkrankten Opango kurzfristig hatte verzichten müssen, versuchte, mit der Hereinnahme von Bekiri für Bieli nach 55 Minuten und der Verstärkung des Mittelfeldes eine Korrektur anzubringen und wenigstens das 0:0 zu verteidigen, viel brachte diese Massnahme indes nicht. Die Aarauer waren für einmal völlig neben den Schuhen, brachten insgesamt nur dreimal Gefahr vor das Gästetor, und nach dem 0:2 von Touré nach 78 Minuten war das Spiel dann so gut wie entschieden.

Torschütze GC-Spieler Richard Nuñez (rechts) schiesst trotz Wardanjans Gegenwehr aufs Tor.

 

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