Rund 150 Tannenbäumchen verkauft

Rund 150 Tannenbäumchen verkauft

Ein Bäumchen steht im Walde – jetzt nicht mehr

Durch den verschneiten Winterwald stapfen und sich seinen Tannenbaum aussuchen. Diese stimmungsvolle Gelegenheit bot eben die Burgergemeinde Lyssach. Auf der Jungwaldfläche im Nassiwald (Buchmatt) konnte sich jedermann seinen eigenen Tannenbaum aussuchen und ihn samt Schnee in den Zweigen mit nach Hause nehmen.

Die Tannen und die Tännchen im Nassiwald in Lyssach trugen stolz den ersten Schnee auf den grünen Zweigen, als der Burgerrat der Lyssacher Burgergemeinde mit Festbänken, Thermoskrügen und Pappbechern aufkreuzte und mit riesigen Holzscheiten Feuer entfachte. Keine der Tannen hatte wohl geahnt, was hier los war. Ungewöhnlich musste es ihnen nicht vorgekommen sein. Immerhin kommen die Männer während des Jahres mehrmals her, um Unkraut zu jäten, die Tannen von den lästigen Dornen zu befreien oder um junge Tännchen zu pflanzen.

Die Qual der Wahl im Winterwald

Niemand aber schien sich diesmal für Unkraut und Dornen zu interessieren. Grosse und kleine Menschen, ja ganze Familien strömten herbei. Warm eingepackt und mit schneesicheren Schuhenan den Füssen stapften sie durch die Tannenreihen, schüttelten mal hier den gröbsten Schnee von den Ästen, zupften mal da an den Zweigen und diskutierten eifrig über Standort und Grösse, bis sie letztlich vor einem Bäumchen stehen blieben – und von dort aus nach dem Mann mit der Säge riefen.

Hier begann die Arbeit des Burgerrates. Mit dem Kopf voran tauchten die Männer unter die schneebehangenen Äste und sägten am Stamm des ausgewählten Bäumchens. Mit dem stachligen Tannenbaum in der Hand ging es zum warmen Feuer, wo heisse Marroni und aromatischer Glühwein auf die zufriedenen Tannenbaumkäufer warteten.

150-mal ruckelten die Sägen des Burgerrats durch dicke und dünne Tannenbaumstämme, ehe es wieder ruhig wurde im Wald. Zurück blieben unzählige nicht auserwählte Bäume, die weiterhin an ihrem angestammten Platze stehen bleiben. Für sie heisst es heranwachsen für den Tannenbaumverkauf im nächsten Jahr. Immerhin wissen sie jetzt, welche Ansprüche Herr und Frau Schweizer an ihren Baumfavoriten stellen. «Einseitig muss er sein, damit er in die Ecke passt. Für die niedrige Stube nicht zu gross und die Äste nicht zu dicht – wegen der Kerzen», lauteten die Argumente. Auch grosse Tannen hatten durchaus die Chance, als Weihnachtsbaum auserkoren zu werden. Das zeigte sich bei Familie Bucher aus Lützelflüh. Für den vierjährigen Sohn Cédric wurde das Auswählen zum ganz besonderen Erlebnis – und zuletzt durfte er seinem Papa helfen, diesen «schönsten Baum» zum Auto zu tragen.

Auch die anderen Tannenbaumkäufer zeigten sich erfreut über die gelungene Idee der Lyssacher Burgergemeinde. Sie wollen nächstes Jahr wieder in den Nassiwald kommen, um sich auch für Weihnachten 2005 ihren ganz persönlichen Tannenbaum auszusuchen.

Wahl getroffen Burgerrat Willi Kunz (l.) übergibt den abgesägten Tannenbaum an Familie Bucher aus Lützelflüh mit Cédric (4-jährig), Adrian und Monique.

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