Wo drückt das KuK der Schuh?

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Die Aarauer Vereine schätzen zwar die Infrastruktur und den ausgezeichneten Service im Kultur- und Kongresshaus (KuK), sie stossen aber bei den Mietkosten an ihre finanziellen Grenzen. Dies ergab ein Diskussionsforum unter dem Titel «Wo drückt der Schuh?».
Das vor gut zehn Jahren umgebaute Kultur- und Kongresshaus (KuK) geniesse, so Stadtrat Carlo Mettauer, überregional einen ausgezeichneten Ruf als «gediegener Veranstaltungsort» mit professioneller Dienstleistung. Demgegenüber stehe die lokale Wahrnehmung eines «eher negativen Image» des Hauses in der Aarauer Bevölkerung und bei den Aarauer Veranstaltern, vor allem bei den Vereinen. Letztere lud die KuK-Betriebskommission zu einer «Chropfleerete» an den runden Tisch. Am Forum unter dem Titel «Wo drückt der Schuh?» vertreten war die ganze Palette, von der Seniorentanzgruppe über den Jodlerklub bis zur Aarauer Stadtmusik.

Vereine am Anschlag

Unter der Moderation von Maja Graf kamen die Sorgen mit dem KuK rasch aufs Tapet. Man schätzt zwar allgemein die gute Infrastruktur und die technische Betreuung, flattert dann die Rechnung ins Haus, gibt es ein böses Erwachen. Trotz einem Sonderrabatt für städtische Veranstalter können klassische Vereinsabende mit den Einnahmen aus den Eintritten nicht mehr finanziert werden. Der Aufwand nach Gebührenreglement erreicht für einen Jodlerabend, wie er am kommenden Samstag, 2. März, im KuK stattfindet, rund 3700 Franken. Der Tenor war eindeutig: Die Vereine stossen an ihre Grenzen. Auch wenn teilweise viel Fronarbeit verrichtet wird, können sie als «populäre» Veranstalter den Ausgleich im Gegensatz zur «elitären Kultur» nicht über höhere Billettpreise suchen. Gleiches gilt für Schulveranstaltungen, wobei laut KuK-Leiterin Marika Wonisch der Kanti-Ball nicht aus ökonomischen, sondern aus statischen Gründen (hydraulische Bodenaufhängung) nicht in Aarau durchgeführt werden kann.

Alternativen fehlen

Man war sich einig, dass das Raumangebot stimmt, die Gebühren hingegen nicht. Kommt hinzu, dass für Vereinsanlässe in Aarau selber (nach dem Wegfall des Saals in der «Kettenbrücke») Alternativen fehlen. Und längst nicht alle lokalen Veranstalter sind gewillt, in die Säle nach Buchs oder Suhr auszuweichen. Trotzdem wurde aus der Versammlung die Angst geäussert, dass «die Kultur aus dem Kultur- und Kongresshaus abwandert», verbunden mit dem Vorwurf, im Unteren Rathaus genössen die lokalen Vereine nur eine «mangelnde Wertschätzung».
Kulturminister Carlo Mettauer widersprach dieser Vermutung und versprach, in Sachen Gebühren für die KuK-Benützung «über die Bücher zu gehen», allerdings «ohne konkrete Versprechen». Die beratende Betriebskommission des KuK werde die Anliegen aufnehmen und dem Stadtrat weiterleiten, der zu entscheiden habe. Das letzte Wort, so Mettauer, liege im Rahmen der Budgetberatungen beim Einwohnerrat und beim Volk, das obligatorisch an der Urne über den Voranschlag der Stadt Aarau entscheide. Weil das KuK zu den Produktegruppen der «Wirkungsorientierten Stadtverwaltung Aarau» (Wosa) gehöre, verfüge es über ein Globalbudget. «Politisch» führten deshalb nach aller Erfahrung «nur kleine Schritte zum Ziel». Zu solchen gezwungen ist auch der Veranstalter des Aarauer Rüeblimärts, der sich seit Jahren bemüht, am ersten Mittwoch im November den grossen KuK-Saal zu mieten, bis dato aber nicht akzeptiert worden ist.

Für den originellen Schlusspunkt sorgte die Vertreterin der Kulturgesellschaft des Bezirks Aarau: «Wir treten nicht als Veranstalter auf, haben aber Mittel für die Unterstützung von kulturellen oder sozialen Projekten», was sich einige Vereinskassiere hinter die Ohren geschrieben haben dürften.

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